1 A Autenrieth Kunststofftechnik
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Mit datenbasierten Entscheidungen zukunftsfähig aufgestellt

Die 1 A Autenrieth Kunststofftechnik entwickelt und produziert seit 1977 technisch anspruchsvolle Kunststoffspritzteile und Baugruppen. Wie viele andere energieintensive Produktionsbetriebe, sah sich auch 1 A Autenrieth im Jahr 2020 mit extrem steigenden und kaum kalkulierbaren Strompreisen konfrontiert. „Auf diese haben wir keinen Einfluss. Aber wir können etwas gegen Energieverschwendung oder ineffiziente Maschinen bei uns im Haus unternehmen. Hierfür mussten wir jedoch zuerst Transparenz über unsere Stromverbräuche erlangen“, erläutert der Geschäftsführer Steffen Autenrieth.
Ausgangssituation: zu wenig Transparenz
Die Verbrauchsdaten des Messstellenbetreibers und einzelnen temporären Messungen reichten hierfür nicht aus. Auf der Suche nach einem geeigneten Energiemanagement-System stieß man schnell auf econ solutions und war auch schnell von dem System überzeugt: „Aus unserer Sicht gibt es nichts Adäquates“, so Autenrieth. „Außerdem war es uns wichtig, nicht bei der Analyse stehenzubleiben, sondern auch aktiv steuern zu können, etwa über eine Lastoptimierung. Das konnten wir mit dem umfassenden Portfolio von econ ebenfalls umsetzen.“
Gemeinsam mit econ wurden über 50 Messstellen installiert. Leitgedanke war dabei, nicht nur offensichtliche Großverbraucher zu betrachten, sondern auch versteckte Dauerlasten sichtbar zu machen. So erfasst 1 A Autenrieth neben den Spritzgießmaschinen und der restlichen Fertigung vor allem:
Infrastruktur (Pumpen, Kompressoren, Wärmepumpen)
zentrale Materialversorgung mit Trocknungsanlagen
EDV, Büro- und Sozialbereiche
externe Verbraucher (z. B. Ladeinfrastruktur, Getränkeautomaten)
Erkenntnisse: Verbrauch verteilt sich anders als erwartet
Die Auswertungen aus der Software econ4 brachten eine zentrale Erkenntnis: Der Verbrauch verteilte sich nicht wie ursprünglich angenommen zu rund 80 % auf die Produktion und zu 20 % auf die weiteren Bereiche. Die tatsächlich ermittelte Verteilung war vielmehr:
ca. 60 % Produktion
ca. 20 % Infrastruktur
ca. 15 % zentrale Materialversorgung
„Das hat uns wirklich überrascht! Dass der Infrastrukturbereich mit ein paar Pumpen und Kompressoren auf wenigen Quadratmetern im Verhältnis zu 25 Spritzgießmaschinen so viel Energie verbraucht, hätten wir nicht vermutet“, berichtet Steffen Autenrieth.
Ergebnisse: Stromverbrauch deutlich gesenkt
Die gewonnene Transparenz bildete die Grundlage für zahlreiche Effizienzmaßnahmen, unter anderem die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, der Einsatz von Präsenzmeldern und Wochenendabschaltungen sowie die Optimierung der Blindstromkompensation.
Zudem achtet 1 A Autenrieth bei Neubeschaffungen von Maschinen und Kompressoren seitdem bewusst auf neue, energieeffiziente Technologien. „Das tun wir jetzt nicht mehr nach Bauchgefühl, sondern wir können die Einsparungen messen. Damit wissen wir auch, wann sich eine Maßnahme tatsächlich amortisiert“, erklärt Autenrieth.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 1 A Autenrieth konnte seinen Stromverbrauch deutlich um ca. 200.000 kWh bzw. rund 44.000 Euro pro Jahr reduzieren – und das bei gleichzeitig wachsender Produktion.
Lastmanagement: Kostenkontrolle und mehr Sicherheit
2024 hat 1 A Autenrieth auch sein Lastmanagement auf die Lösung von econ umgestellt. Eingebunden sind hier neben den regelbaren Produktionsmaschinen ein Batteriespeicher für aktives Peak Shaving sowie zwei PV-Anlagen und die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
Anders als das vorige System kann das Spitzen- und Ladelastmanagement econ peak Verbraucher aktiv oder auch dynamisch regeln und sicher abschalten. Unbeabsichtigt weiterlaufende Heizungen oder Maschinen gehören damit der Vergangenheit an, sodass das Lastmanagement nicht nur zur Verbrauchsoptimierung und Kostenkontrolle beiträgt, sondern auch zur Brandlastminimierung und Betriebssicherheit.
Verknüpfung mit BDE-System für CO2-Fußabdruck auf Produktebene
Langfristig verfolgt 1 A Autenrieth das Ziel, den Energieverbrauch und CO₂-Fußabdruck auf Produktebene zu kennen. Durch die Verknüpfung von econ mit dem BDE-System wurden hierfür bereits die systemischen Voraussetzungen geschaffen und Autenrieth kann den Stromverbrauch je Auftrag und je Artikel ermitteln.
Die Software econ4 unterstützt mit der integrierten CO2-Auswertung auch die Berechnung des CO2-Fußabdrucks. Was jedoch noch fehlt, sind die CO2-Äquivalente der verwendeten Kunststoffgranulate.
„Aktuell benötigen wir den Produkt-Fußabdruck noch nicht. Doch wir sind überzeugt davon, dass unsere Kunden künftig verstärkt darauf schauen werden. So bereiten wir uns schon heute darauf vor“, so Steffen Autenrieth.
„Mit econ haben wir mehr Daten. Dadurch stellen wir uns ganz andere Fragen. Wir können exakter agieren und bessere Entscheidungen treffen.“ - Steffen Autenrieth, Geschäftsführer 1A Autenrieth


